Ausrüstung

Der passende Schlafsack

Schlafsack Outdoortrip

Auf der Suche nach einem Schlafsack für den bevorstehenden Outdoortrip ist mehr zu beachten, als zunächst zu vermuten ist. Ich habe als Kind immer gerne in dem Garten meiner Eltern gezeltet, mit Gaskocher, Taschenlampe und Dosenravioli. Damals habe ich mir über den Schlafsack natürlich keine Gedanken gemacht und jenen ausgewählt, welcher auf dem Dachboden meiner Eltern am besten zu erreichen war und wurde es in der Nacht doch einmal zu kalt, so habe ich mir einfach schnell meine Bettdecke in das Zelt geholt. Packmaß und Funktionalität hatten damals noch keine Bedeutung. Das sieht bei einer Abenteuerreise, mit mehrtägiger Übernachtung im Zelt, unter Einfluss der Witterung und ohne dass in wenigen Sekunden zu erreichen Kinderbett, natürlich schon ganz anders aus. 

Der Temperaturbereich

Outdoor Camping Schnee
Camping mit Schlafsack im Schnee

Bei der Wahl des passenden Schlafsacks kommt es zunächst einmal darauf an, in welchem Temperaturbereich dieser eingesetzt werden soll. Es werden bei der Produktbeschreibung verschiedene Temperaturbereiche angegeben. Selten angegeben wird der obere Grenzbereich (T max), dieser Wert gibt an, wann der durchschnittliche Mensch anfangen würde zu schwitzen und den Schlafsack vermutlich öffnen wird. Dieser Wert ist nicht wirklich von Bedeutung. Der Komfortbereich (T comf) gibt an, wann die durchschnittliche Frau gerade noch nicht frieren und somit komfortabel schlafen kann. 

Der untere Grenzbereich (T lim) gibt an, wann der durchschnittliche Mann gerade noch nicht frieren und somit komfortabel schlafen kann. 

An diesen beiden Werten [(T comf für Frauen) und (T lim für Männer)] solltet ihr euch orientieren. 

Der extreme Grenzbereich (T ext)  gibt den Temperaturbereich an, in welchem es nur noch um das Überleben geht. An schlafen ist dann nicht mehr zu denken und man sollte sich auf eine zitternde und strapaziöse Nacht einstellen, Unterkühlung ist wahrscheinlich.

Bei den Temperaturangaben wird von nahezu keiner Körperbekleidung ausgegangen und man kann den Komfortbereich z.B. durch lange Unterwäsche nach unten erweitern.

  • Orientiert euch also an Komfortbereich, denkt daran, dass die Nächte kalt werden können und man den Schlafsack auch noch jederzeit öffnen kann, wenn es zu warm wird. Lieber einen Puffer einplanen.

Das Material

Es wird zwischen Daunen und Kunstfaserfüllung unterschieden, beide Füllungen bieten Ihre Vor-und Nachteile.

Die Daunen isolieren besser und somit ist weniger Material notwendig um den gleichen Effekt wie mit Kunstfaser zu erzielen, dadurch kann der Daunenschlafsack sowohl ein geringeres Gewicht, sowie ein kleineres Packmaß erhalten als ein Kunstfaserschlafsack mit vergleichbarer Komforttemperatur. 

In Sachen Gewicht und Volumen hat die Daune also die Nase vorne, wird diese jedoch nass, so verliert sie etwas an Isolierfähigkeit. Nicht so die Kunstfaser, diese kann Feuchtigkeit wesentlich besser vertragen als die Daune und verliert dabei nicht in dem Maße an Isolierkraft. Hierbei spreche ich von Feuchtigkeit die unser Körper während des Schlafens verliert oder einfach bei nasskaltem Wetter. Relevant wird dieses Thema also nur im Winter oder bei nasskalten Wetterlagen, bei denen der Schlafsack keine oder kaum Möglichkeit zum Trocknet hat.

Ich empfehle den Kauf immer in einem Fachgeschäft, du musst den Schlafsack sehen, fühlen und vor allem Probeliegen. Bist du das ganze Jahr in der Natur unterwegs, so benötigst du definitiv verschiedene Varianten, es gibt keinen passenden Schlafsack für sämtliche Bedingungen. 

Einsatz und Pflege

Hast du dich für deinen passenden Schlafsack entschieden, so solltest du bei der Handhabung und Pflege folgendes beachten:

  1. Der Packbeutel ist nur für den Transport während deiner Reise gedacht, gelagert sollte der Schlafsack hängend oder liegend außerhalb des Beutels.
  2. Der Schlafsack sollte beim Zusammenpacken und den Packbeutel nicht aufgerollt oder gefaltet werden, hierdurch wird er immer wieder an den gleichen Stellen geknickt und das Material leidet entsprechend. Beim Packen solltest du deinen Schlafsack einfach immer „chaotisch“ in den Packbeutel stopfen, somit wird das Material immer unterschiedlich belastet und kannst von einer längeren Lebensdauer und weniger Ermüdungserscheinungen profitieren.
  3. Der Schlafsack sollte nur in Ausnahmefällen gewaschen, jedoch wenn möglich nach jedem Einsatz gelüftet werden, so ist es empfehlenswert ihn bei gutem Wetter geöffnet außerhalb des Zeltes aufzuhängen und zu lüften, sofern die Umstände es nicht zulassen den Schlagsack draußen zu lüften sollte er zumindest geöffnet für einige Zeit im Zelt liegen.
  4. Falls der Schlafsack dann doch mal gewaschen werden muss, so behandelt ihn behutsam und wählt nur eine geringere Temperatur und keine hohe Schleuderdrehzahl, außerdem können ein paar Tennisbälle in der Waschtrommel verhindern, dass die Fasern verkleben.

Praxistipp

Meine bisher kälteste Nacht im Schlafsack und Zelt habe ich vor einigen Jahren im schwedischen Kiruna erlebt, bei mehr als -25°C musste mein Mamut Denali Schlafsack seine Fähigkeiten unter Beweis stellen und er hat mit Auszeichnung bestanden.

  • In kalten Nächten solltet ihr eure Kleidung für den nächsten Tag (zumindest die unteren Schichten) an das Fußende im Schlafsack stopfen, somit müsst Ihr am nächsten Morgen keine eiskalten oder gefrorenen Klamotten anziehen.
  • In kalten Nächten fülle ich meine Nalgene Weithalsflasche gerne mit gekochtem Wasser und lege sie dann schon einige Zeit bevor ich in den Schlafsack schlüpfe hinein. Der Schlafsack wird dadurch vorgewärmt, kaum vorstellbar wie genial so eine „Wärmflasche“ im Schlafsack bei zweistelligen Minustemperaturen ist. Mit dem richtigen Schlafsack ist das Wasser morgens sogar noch warm genug für einen Tee oder Kaffee in angenehmer Trinktemperatur. 

Ich hoffe, dass ich euch hier ein paar nützliche Tipps geben konnte, weitere werden folgen. Bei Fragen oder Anregungen schreibt immer gerne.

Euer Finn

Hinweis: Die erwähnten Produkte sind persönliche Empfehlungen, ich habe diese selbst erworben und keine Vorzüge oder Vergünstigungen für die Erwähnung erhalten. Es handelt sich bei den Produkterwähnungen um keine Werbung, ich berichte hier nur über  Praxiserfahrungen.

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